Mittwoch, 15. September 2021

Zum Internationalen Tag der Bildungsfreiheit: Wie frei kann Schule sein?

Heute, am 15. September, ist der Internationale Tag der Bildungsfreiheit. Mit dem Begriff "Bildungsfreiheit" konnte ich mich ja noch nie anfreunden. Dennoch bin ich froh, dass es diesen Tag gibt, der eine gute Gelegenheit bietet, Freiheit im Zusammenhang mit Bildung zu thematisieren. Wieso mag ich den Begriff Bildungsfreiheit nicht? Zum einen könnte man ihn zweideutig verstehen, wobei keine der beiden Bedeutungen dem entspricht, was mir am Herzen liegt. 

Bildungsfreiheit: Wollen wir Freiheit von Bildung, also frei von Bildung sein? Analog zu rauchfreien oder autofreien Zonen in unserem Lebensumfeld? So quasi als Synonym zu "schulfrei": "Yeah, endlich bildungsfrei!" Aber nein - also Scherz beiseite: Natürlich steckt dahinter der Wunsch, die Bildung möge frei sein. So war ich vor mehreren Jahren einmal auf einer Tagung, in der es um die "Befreiung des Bildungswesens" ging, und so interessant ich den Austausch damals durchaus fand, so falsch am Platz fühlte ich mich am Ende des Tages, als mir klar wurde: Moment mal, was ist mit dem Menschen selbst? Um ihn geht es nicht?!

Mir geht es um den Menschen, insbesondere im Rahmen dessen, was als "Bildungswesen" verstanden wird - nämlich das "Schulwesen" - um den jungen Menschen. Um seine Freiheit, sein Recht zu wählen, seinen Bildungsweg zu gestalten, sein Recht, frei sich zu bilden!

Schaue ich mir an, woher dieser Gedenktag eigentlich kommt, geht es mir umso weniger um "Bildungsfreiheit", wenn darunter die Legalisierung von Hausunterricht verstanden wird...

So möchte ich nun einen im Jahr 2018 in der Zeitschrift die freilerner erschienenen Artikel von mir hier veröffentlichen, den ich neulich wiederentdeckte (und selbst von meinem eigenen Werk ganz angetan war), nachdem mich jemand fragte, was ich denn gegen den Begriff "Freilernen" habe. Ja, ich habe mich auch mit diesem Begriff nie anfreunden können. 

Lest nun gern selbst meine Antwort auf das Titelthema der Ausgabe:
Wie frei kann Schule sein?, die lautete:

 

So frei wie möglich, aber niemals so frei wie nötig?

Vor einigen Wochen war ich zu einer Vortragsreihe in der Freiburger Universität eingeladen mit dem Titel „Schule neu denken“ und gab meinem Vortrag den Titel „Sind alternative Schulen alternativ genug?“ Ich spielte im Vorfeld mit dem Gedanken, frank und frei heraus mit der Beantwortung dieser Frage zu beginnen, die etwa so gelautet hätte: „Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Auf keinen Fall!“ Da ich nicht wusste, inwieweit ich mich in die Höhle des Löwen begeben würde – in meiner Vorstellung mitten hinein in einen Saal voller Lehramtsstudierender – und niemanden vor den Kopf stoßen wollte, ließ ich das sein und verhielt mich diplomatisch. In der Freilerner-Zeitung darf ich vielleicht etwas direkter sein bei der Beantwortung des Titels „Wie frei kann Schule sein?“: „So frei wie möglich, aber niemals so frei wie nötig!“

Schauen wir uns einmal an, mit welcher Intention wir diese Frage stellen: Mit Sicherheit aus dem Wunsch heraus, dass sich etwas ändern möge – so wie es jetzt ist, soll es nicht bleiben! Wo wollen wir hinsichtlich einer Änderung ansetzen? Von welchem Ausgangspunkt laufen wir los? Zwei Ausgangs- bzw. Ansatzpunkte für Veränderungen gibt es, die vollkommen verschieden sind und zu Erkenntnissen und Schlussfolgerungen führen, die sich nicht zu einem Kompromiss vereinigen lassen. Um das zu verdeutlichen, zitiere ich eine Textstelle aus dem Buch „Befreit lernen – Wie Lernen in Freiheit spielend gelingt“ von Peter Gray, amerikanischer Professor für evolutionäre Entwicklungspsychologie (mit dem Forschungsschwerpunkt des Spielens als Grundlage menschlichen Lernens):

Wenn sie Bildung hören, denken die meisten Leute heutzutage an Schule. Mit anderen Worten: Sie stellen sich Bildung als etwas vor, was Kindern von Erwachsenen gegeben wird. ...“

Damit haben wir den einen Ausgangspunkt: die Schule! Sie wird schon ebenso lange kritisiert, wie es sie gibt, und ebenso lange wird sie reformiert und zu reformieren versucht. Wie frei kann Schule sein? Dazu fallen bestimmt vielen Menschen Änderungsideen ein, denn es gibt sehr viel – unendlich viel – zu verbessern... und es gibt zahlreiche ambitionierte, engagierte, nachdenkliche und wohlwollende Menschen, die die Schule zu verbessern versuchen …

... Bildung ist jedoch weitaus älter als jede Schule und selbst heute findet der überwiegende Teil der Bildung außerhalb der Schule statt. Wenn ich sage, dass wir das lernfähige Tier sind, will ich damit auch ausdrücken, dass in uns Instinkte angelegt sind, die uns antreiben, uns die Kultur, in die wir hineingeboren werden, zu erwerben und darauf aufzubauen. ...“

Damit haben wir den anderen Ausgangspunkt: den Menschen! In diesem Zitat werden mehrere Aspekte deutlich: Den Menschen gibt es schon viel länger, als es die Schule gibt. Er bildet sich schon viel länger, als er in der Schule lernt (bzw. zu lernen versucht). Die Fähigkeit, sich zu bilden, wohnt dem Menschen inne, ist in ihm biologisch angelegt, ist angeboren.

... In den Köpfen der meisten Menschen ist Bildung eine Sache der Erwachsenen, die auch dafür verantwortlich sind, dass Kinder sich gewisse Teile der Kultur aneignen, ob die Kinder dies nun wollen oder nicht. In der gesamten Menschheitsgeschichte war es jedoch so, dass Bildung in Wirklichkeit die Sache der Kinder selbst war – und so ist es auch heute noch. Kinder kommen nicht nur mit den instinktiven Trieben, das zu trinken und zu essen, was sie zum Überleben brauchen, zur Welt, sondern auch mit dem instinktiven Trieb, sich selbst zu bilden, also das zu lernen, was sie benötigen, um erfolgreiche Mitglieder der Kultur, die sie umgibt, zu werden und dadurch zu überleben.“ 

Diese Erkenntnis spiegelt genau beide Ausgangspunkte wieder. Wessen Sache, wessen Angelegenheit ist also Bildung? Die eines jeden (betroffenen) Menschen selbst oder die anderer? Wer definiert, was Bildung ist, wer gebildet ist, wer ungebildet ist? Je nachdem, wie wir die Frage beantworten, ob Bildung „eine Sache der Erwachsenen“ oder „die Sache der Kinder“ ist, kommen wir zu völlig entgegengesetzten Positionen und letztlich Schlussfolgerungen, die unvereinbar sind (ebenso wie zwei Menschen nicht zusammenfinden können, von denen der eine denkt, der Mensch sei von Grund auf „böse“, und der andere, er sei von Grund auf „gut“). Befinden wir uns im Gespräch mit jemandem, der die jeweils andere Position vertritt, so ist es wichtig zu erkennen, dass wir sehr wahrscheinlich Fragen auf der Inhaltsebene nicht gemeinsam werden klären können! Daher ist nun sinnvoll, auf der Beziehungsebene zu kommunizieren – auf der Metaebene: die Kommunikation über die Kommunikation – und zu fragen: Was machen wir nun mit diesen unvereinbaren Positionen?

Wollen wir nun die Frage klären „Wie frei kann/soll/muss Schule sein?“, so werden wir uns in endlosen Ideen über veränderungsbedürftige Details und in unendlichen Diskussionen über Fürs und Widers verlieren. Dabei geraten meiner Erfahrung nach die Betroffenen selbst – die Menschen, um die es unmittelbar geht – vollkommen aus dem Blick. Dies lässt sich anhand einer Frage, der Schlüsselfrage, auf den Punkt bringen: Angenommen, ein junger Mensch sagt zu unserer bestgemeinten und wohldurchdachten vorbereiteten Umgebung, zu der Schule, die wir in größter Sorgfalt gestaltet hätten „Nein, danke“ – was wäre dann? Peter Gray sagt „the most basic freedom is the freedom to quit“ – „Die grundlegendste aller Freiheiten, ist die Freiheit, etwas abbrechen und weggehen zu können“. Jean Jacques Rousseau sagte: „Freiheit bedeutet nicht, dass man alles tun kann, was man will, sondern dass man nicht tun muss, was man nicht will.“ Dies ist die Antwort auf die Frage „Wie frei muss Schule sein?“: Schule – und nicht nur eine bestimmte Schule, sondern Schule an sich – müsste so frei sein, dass einem Menschen grundsätzlich eine Wahl zugestanden wird! „Wie frei kann Schule sein?“ Im Grunde nur so frei, wie es die Normen zulassen, sowohl die in Gesetz gegossenen, als auch diejenigen in jedem einzelnen Kopf. Viele Menschen machen die schmerzliche Erfahrung, dass der eigene Anspruch und die eigenen Idealvorstellungen sich nicht unter den realen Gegebenheiten und Umständen verwirklichen lassen. Hier ist die große Herausforderung, einerseits Frieden zu schließen mit der Wirklichkeit und andererseits nicht zu resignieren und sich selbst als Gestalter dieser Wirklichkeit zu erleben. Als Gestalter können wir uns zum Beispiel dann erleben, wenn wir das uns Mögliche tun, um im Dialog mit den Mitmenschen zu stehen, die in der Frage der Schule involviert sind.

Es hat sich als empfehlenswert herausgestellt, über unsere Begrifflichkeiten nachzudenken und mit ihnen bewusst und reflektiert umzugehen, daher einige Worte zu den aus meiner Sicht Wichtigsten. Hierbei ist es vielleicht wichtig zu betonen: Es geht keinesfalls um irgendwelche Vorschriften über ein Vokabular, das jemand verwenden oder nicht verwenden „sollte“. Ganz unabhängig davon, wie wir selbst bestimmte Worte definieren, was wir damit meinen oder nicht meinen, so ist es wichtig zu bedenken, wie sie in bestimmten Kontexten oder von anderen Menschen womöglich empfunden und definiert werden. So empfinden die meisten Menschen das Wort Kind als selbstverständlich, unproblematisch und positiv besetzt. Wenn es allerdings darum geht darzustellen, dass einer Gruppe von Menschen gerade deshalb, weil sie „Kinder“ seien, Grundrechte abgesprochen werden und mehr oder weniger subtile Gewaltmaßnahmen angetan werden dürfen, die bei „Erwachsenen“ nicht hingenommen würden, so kann es entscheidende Auswirkungen haben, hier nicht mehr von „Kindern“, sondern schlichtweg und bewusst von Menschen zu sprechen. (Schließlich reden wir z.B. auch nicht mehr einfach so von „Weibern“ oder „Negern“ oder auch beim Wort „Führer“ zuckt vielleicht der ein oder andere zusammen, es geht mir jedoch nicht in erster Linie um etwas wie political correctness, sondern mehr um Achtsamkeit und Bewusstheit der Wirkung mancher Begriffe in bestimmten Zusammenhängen.)

Das Wort Bildung beinhaltet die Vorstellung, dies sei ein Gut, das jemand erwerben könne – oder auch nicht. Es beinhaltet die Vorstellung, dass es auch „Unbildung“ gibt bzw. einen „Mangel an Bildung“. Wenn wir von „Bildung“ sprechen, dann tun wir so, als sei dies eine Sache, etwas klar Festzulegendes. „Bildung“ ist ein Konstrukt, das sich jemand ausgedacht hat, indem je nach Kontext definiert wird, was damit gemeint ist. So mag dies nicht zu jeder Zeit in der Geschichte und an jedem Ort auf der Welt das Gleiche sein, demnach ein und derselbe Mensch in einem Kontext als gebildet, in einem anderen als ungebildet gelten kann. Stellen wir uns vor, „Bildung“ sei in irgendeiner Form definiert, so wäre es an sich nicht unbedingt problematisch, sofern der Mensch selbst – als Subjekt, als aktiver Gestalter seines Lebens, als Wählender – sich entscheidet, diese zu erwerben oder auch nicht (je nachdem, ob ihm dies stimmig und nützlich erschiene). Einem „Recht auf Bildung“ eines Menschen würde entsprochen werden, indem ihm Möglichkeiten zu deren Erwerb und Unterstützung zur Verfügung gestellt(!) würde. Die als Synonym von Bildung betrachtete Schule engt das Konstrukt noch einmal ganz grundlegend ein, indem sie mit ihren Lehrplänen und Notensystemen eine ganz rigide Definition von Bildung vornimmt. Es ist allein schon fatal „Bildung“ mit „Schule“ gleichzusetzen, da es hier nicht um ein Zur-Verfügung-Stellen geht, sondern gewissermaßen um ein Verordnen, nämlich in Form der Beschulung: Hierbei ist der Mensch nicht Subjekt, aktiver Gestalter, Wählener, sondern Objekt von Erwartungen, Bewertungen und Maßnahmen anderer, höchstens Mitgestalter und jedenfalls Pseudo-Wählender.

Anders steht es um den Prozess und die menschliche Fähigkeit des Sich-bildens: Wesensbedingt ist der Mensch wie alle Lebewesen ein autopoietisches, also sich selbst erzeugendes System. Zwar nimmt er Informationen aus seiner Umwelt auf und verarbeitet sie, wesentlich dabei ist allerdings, dass er autonom entscheidet, was mit diesen Informationen geschieht! Der Mensch ist demnach – und zwar von Beginn des Lebens an – das kompetente Subjekt dieses Prozesses. Ebenso wie er „nicht nicht kommunizieren“ kann (wie der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick zu sagen pflegte), kann er auch nicht nicht sich bilden! Angesichts dieses grundlegenden Kennzeichens als Lebewesen ist die Vorstellung, einen Menschen zu formen, zu instruieren, zu belehren – also die der Beschulung – vollkommen absurd, abwegig und sogar respektlos. Den Ausdruck Frei-sich-bilden prägt der Philosoph Bertrand Stern in einmaliger Klarheit und Kompromisslosigkeit. Seine radikale Position löste in vergangenen Jahrzehnten Widerstand und Belächeln bei vielen Menschen aus, in den letzten Jahren allerdings stößt sie stetig wachsend auf fruchtbaren Boden des Verstehens und eines Wandels. Wessen Angelegenheit es ist nun, dass ein Mensch (frei) sich bildet?

Der Begriff Freilernen wird immer bekannter. Es ist wichtig zu wissen, dass dieser Begriff sich in Deutschland als problematisch erweisen kann. Auch wenn es jedem selbstbestimmten jungen Menschen zusteht, sich als Freilerner zu bezeichnen, ist es ratsam sich darüber bewusst zu sein, ob dieser Begriff wirklich passt. Erstens: Freilernen definiert sich über die Abgrenzung zur Norm Schule. Freilernen passt genaugenommen dann, wenn ein junger Mensch sich zwar von der Schule selbst distanzieren, jedoch das Schulische gern in eigener Verantwortung und Gestaltung sich aneignen, lernen möchte. Sobald allerdings Mütter und Väter bzw. Familien sich als Freilerner definieren, entsteht ein Deutschland eigenes Problem: Da „Lernen“ ein stark mit Schule assoziierter Begriff ist, schulisches Lernen festgelegt, gesteuert und zielgerichtet ist und das gesamte Schulwesen staatlich beaufsichtigt wird, laufen „Freilerner“ Gefahr, als Bedrohung wahrgenommen zu werden und wecken allerlei Vorurteile und Ängste, z.B. hinsichtlich sogenannten Parallelgesellschaften. Meinem Verständnis nach kann Freilernen nicht als deutsche Entsprechung oder Übersetzung dessen angesehen werden, was im englischsprachigen Raum als Unschooling bezeichnet wird. Unschooling findet jedoch im Begriff Nichtbeschulung einen vielleicht angemessenen Ausdruck, worin deutlich wird, dass es hier nicht nur um eine Distanzierung von der Institution Schule geht, sondern um eine Distanzierung von der Beschulung. Nichtbeschulung ist im Grunde die verneinende Entsprechung des Begriffes Frei-sich-bilden und durchaus sinnvoll, da ein junger Mensch es so empfinden könnte: „Ich möchte selbstverständlich frei mich bilden und lehne es daher ab, beschult zu werden.“ Hier schließt sich der Kreis zum (Selbst-)Verständnis des Menschen, wie es Peter Gray beschreibt.

Womöglich könnte die Frage „Wie frei kann Schule sein?“ die falsche Frage sein. Vielleicht wäre es passender zu fragen „Welche Bedingungen müssen wir schaffen, damit (heranwachsende) Menschen sich bilden können? Welche Bedingungen ermöglichen (jungen) Menschen frei sich zu bilden? Wie gewährleisten wir jedem Menschen den Zugang zu Bildung? Oder auch – um mit Peter Grays Worten abzuschließen: Wie unterstützen wir uns lernfähige Tiere die in uns angelegten Instinkte, die uns antreiben, uns die Kultur, in die wir hineingeboren werden, zu erwerben und darauf aufzubauen, zur Entfaltung zu bringen? Wie frei kann Frei-sich-bilden sein? Wahrscheinlich grenzenlos!

 

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Freitag, 2. Oktober 2020

EinBlick anders auf Mobbing - Kommentar zum "Säure-Angriff" in Hamburg


Der heutige 2. Oktober ist der Internationale Tag der Gewaltlosigkeit. Eine gute Gelegenheit, einmal über vorhandene oder unvorhandene Rahmenbedingungen für Gewaltlosigkeit nachzudenken. Gestern las ich den Artikel im Focus online über einen Mobbing-Vorfall, betitelt mit
Nach Säure-Angriff auf Mädchen (14): Psychologe erklärt, wie Corona Mobbing befeuern kann. Da ich selbst Psychologin bin und mich auch schon mit Mobbing beschäftigt habe, war ich neugierig ...

Schon beim Lesen des ersten Abschnitts empfand ich große Bestürzung - und auch Wut: Mitschüler hatten einer 14-Jährigen Desinfektionsmittel ins Getränk geschüttet. Dies sei "der traurige Höhepunkt einer langen Mobbing-Historie, denn das Mädchen soll bereits seit Jahren von ihren Mitschülern fertig gemacht worden sein."
Wie kann es überhaupt zu einer langen Mobbing-Historie kommen?? Müssen wir uns da nicht fragen, wie es überhaupt sein kann, dass ein Mensch sich über Jahre hinweg derart leidvollen Umständen nicht entziehen kann? Oh ja, dies sollten wir uns fragen! Zum Stichwort Gewaltprävention muss endlich "das elementarste Recht, das andere Rechte erst möglich macht" zur Kenntnis genommen werden:
"Wir denken an Menschenrechte gerne in bejahenden Begriffen, daher sprechen wir zumeist von unseren Rechten, dem näher zu kommen, was wir erreichen wollen: Wahlrecht, Versammlungsfreiheit, freie Meinungsäußerung und die Wahl unseres persönlichen Wegs zum Glücklichsein. Ich behaupte allerdings, das elementarste Recht – das Recht, welches alle anderen Rechte erst möglich macht – ist das Recht, etwas abzubrechen oder aufzugeben."
 
Dies schrieb der Psychologe Peter Gray vor mehreren Jahren in seinem Artikel Die grundlegendste aller Freiheiten ist die Freiheit, etwas abbrechen und weggehen zu können. Diese Freiheit sei nicht nur die Grundlage für Frieden, Gleichwertigkeit und Demokratie. Diese Freiheit scheint gar die Grundlage zu sein für Bedingungen, in denen Gewaltfreiheit überhaupt erst möglich ist bzw. umgekehrt scheint das Fehlen dieser Freiheit Gewaltfreiheit unmöglich zu machen.
 
"Wenn der Schulbesuch verpflichtend ist, sind Schulen definitionsgemäß Gefängnisse. Ein Gefängnis ist ein Ort, an dem jemand sich zwangsweise aufhält und an dem Menschen ihre Aktivitäten, (Spiel)Räume oder Partner nicht selbst wählen dürfen. Kinder können die Schule nicht verlassen und innerhalb der Schule können sie gemeinen Lehrern, unterdrückenden und sinnlosen Aufgaben oder grausamen Klassenkameraden nicht entgehen. Für manche Kinder ist der einzige Ausweg – der einzige wirkliche Weg zu gehen – der Selbstmord (...)
Es ist schon viel gesagt worden über Mobbing in der Schule und andere Probleme, die mit Schule zusammenhängen, wie allgemeine Unzufriedenheit von Schülern, Langeweile und Zynismus. Bisher hat niemand einen Weg gefunden, diese Probleme zu lösen, und niemand wird einen solchen jemals finden, bis wir Kindern die Freiheit zugestehen wegzugehen. Um diese Probleme endlich und endgültig zu lösen, gibt es keine andere Möglichkeit, als den Zwang abzuschaffen."

Dennoch werden weiterhin ungeachtet dieser wichtigen Erkenntnis "Lösungen" gesucht. Dies erscheint wie ein Tappen im Dunklen. Wo bleiben die Experten, die aus dem kleinen Raum (dem "Aquarium im Aquarium", hört hierzu die kleine Geschichte gleich zu Beginn) heraustreten und sich den großen Kontext anschauen. Ich wiederhole eine Passage aus meinem eigenen Blogbeitrag, weil ich auch hier keine besseren Worte mehr finde:
Gewaltgeschichten wie diese Mobbinggeschichte sind Symptome für eine Grundproblematik: Gewalt, die junge Menschen, die aufgrund struktureller Bedingungen diskriminiert werden, bei uns erfahren. Auch wenn es so aussieht und uns am bequemsten erscheint, so kann es nicht nur um die individuelle Gewalt gehen und darum, Einzelne als Schuldige, als Täter und Opfer zu identifizieren. (Und auf dieser Ebene bewegen sich die üblichen Lösungsversuche rund ums Mobbing.)
Wir müssen uns der folgenden Frage stellen: Welchen Anteil haben wir alle an der Gewalt Einzelner gegen sich selbst und andere? Wir alle prägen als einzelne und gemeinsam eine Grundhaltung, ein Menschenbild, Denk- und Bewertungsstrukturen, die einen kollektiven Raum und Rahmen bilden, in welchem individuelle und strukturelle Gewalt entstehen (und auch wieder verschwinden!) kann.
Ich spreche nicht von Schuld, sondern von Verantwortung, die sich auf uns alle aufteilt und die wir alle tragen, ob wir dies wollen, akzeptieren oder nicht. Daher hat auch jeder von uns Einfluss auf Minderung von Gewalt. Ein wesentlicher Schritt dafür ist, "hinter" die Situationen zu schauen und vor allem die kleineren und die größeren Kontexte zu berücksichtigen, in denen sie stattfinden.
"Mobbing in Schulen: Oft ist nicht genau ersichtlich, was die genaue Ursache ist", heißt es im Focus-Artikel. Jedoch dürfte eigentlich ersichtlich sein, dass Mobbing nicht überall stattfindet, sondern in bestimmten Kontexten mit bestimmten strukturellen Merkmalen. Das Phänomen Mobbing ist ein Ausdruck von Gewalt und Machtausübung, welcher die Struktur unserer Erziehungs- und Schulkultur widerspiegelt.  
Mobbing wurzelt in den Rahmenbedingungen des Systems, in dem es stattfindet und ist nur die Äußerungsform eines anderen Problems. Symptombehandlung scheint allerdings allgemein beliebter und bequemer zu sein (jedoch bei Mobbing leider auch nicht selten vergeblich), als dass wir uns endlich grundlegend damit auseinandersetzen, wie die Rahmenbedingungen sein müssen, damit es überhaupt gar keinen Anlass mehr für Mobbing gibt. (Wer dies vertiefen möchte, dem sei mein Artikel ans Herz gelegt Mobbing - nur ein Missverständnis? Eine erste systemische Annäherung an ein bedeutsames Phänomen).
Der "Kampf gegen Mobbing", wie es im Focus-Artikel heißt, kann nicht gewonnen werden, denn, wie Astrid Lindgren einst sagte, hieße dies, "den Teufel mit dem Beelzebub austreiben und führt auf die Dauer nur zu noch mehr Gewalt" und zwar so lange, bis wir erkennen, "dass Gewalt immer wieder nur Gewalt erzeugt - so wie es von jeher gewesen ist".
Daher - zum Internationalen Tag der Gewaltlosigkeit - wäre es wunderbar und wünschenswert, wir würden es mit Gewaltlosigkeit versuchen und uns den Bedingungen zuwenden, die dafür notwendig sind.
"Wenn wir (...) an umfassendere Ziele im Leben denken – die Ziele, zu überleben, Verletzungen zu vermeiden, glücklich zu sein und im Einklang mit unseren persönlichen Werten zu leben unter Menschen, die uns respektieren und die wir respektieren –, dann erkennen wir, dass die Freiheit, etwas abbrechen oder aufgeben zu können, für all diese Ziele essentiell ist. Ich spreche hier von der Freiheit, Menschen und Situationen, die unserem Wohlergehen abträglich sind, zu verlassen."
* * *

Wer sich weiter bilden möchte, mag vielleicht in meinen jüngsten Vortrag vom 24. Januar 2020 hineinschauen "Nicht zur Schule gehen"

Der Mobbing-Artikel sowie der Artikel von Peter Gray finden sich neben einigen weiteren lesenswerten Beiträgen in meinem Buch Wer sein Kind liebt - Theorie und Praxis der strukturellen Gewalt. Das Buch erschien vor 5 Jahren und erscheint mir aktueller denn je. Ich war bisher zu bescheiden, dies offen kundzutun, doch wünsche mir nun öffentlich, es mögen viel mehr Menschen das Buch lesen. Vor wenigen Tagen schrieb mir jemand 

"Liebe Franziska, ich habe gerade noch einmal Deinen 'Niki im Wunderland, Gespräch zwischen den Generationen' gelesen. Ich darf wirklich aus ganzer Seele behaupten, dass kein Text mich in den letzten Jahren so tief innerlich angerührt hat ..."

Von Herzen Danke!!! 

* * *
Wer ihn noch nicht kennt:
Macht mit beim Aufruf „Gewalt? Ohne mich!“

Donnerstag, 30. April 2020

Schulwiederöffnung während der CoRonA-Krise? Nur unter einer Bedingung! (Neufassung!)

(Überarbeitete Fassung meines ursprünglichen Beitrags vom 14.04.2020)

Die CoRonA-Krise ist die Chance zum Hinterfragen so einiger Aspekte unseres Schulsystems.

Wollen wir es weiter so haben wie bisher? Diese Frage stellt sich vielleicht mittlerweile die ein oder andere Lehr- oder anderweitig im Unterricht involvierte Fachkraft. Diese Frage stellen sich möglicherweise manche Mütter und Väter. Diese Frage stellen sich hoffentlich einige junge Menschen.

Wenn plötzlich ein Element wegfällt, das keine Wahlmöglichkeiten zuließ, offenbart sich vielleicht dem ein oder anderen die Gelegenheit, selbstwirksam und eigenverantwortlich zu sein. Auf jeden Fall ermöglicht es, sich selbst wieder zu hören und zu spüren und die Frage aus dem tiefsten Innern mit zarter Stimme hervordringen zu lassen: "Will ich es wirklich (noch) so haben wie bisher?"

Es könnte passiert sein, dass ein junger Mensch, der bisher maulend und unmotiviert, inneren Widerstand spürend, die Schulbank gedrückt hat, nun nach ein paar Wochen Schuldistanz und "Homeschooling" sich nach der Schule sehnt, sich auf die Wiederöffnung freut. Wunderbar! Dies macht einen Schulanwesenheitszwang überflüssig, denn er wird gerne und freiwillig zur Schule gehen!

Es könnte passiert sein, dass ein junger Mensch, der sich bisher unwohl in der Schule gefühlt hat, ohne es konkreter greifen und beschreiben zu können, nun mehr zu sich selbst findet - dank neuer Erfahrungen und dank eines durch die Distanz ermöglichten Blickes von außen: Was tut mir (nicht) gut? Was brauche ich (nicht), um mich gut bilden und wohl fühlen zu können? Wunderbar! Er kann sich nun fragen: Was macht der Gedanke an die Wiedereröffnung der Schule mit mir? Und beginnen, darüber zu sprechen (vorausgesetzt, jemand hört ihm zu).

Es könnte passiert sein, dass ein junger Mensch, der bisher mit Angst sich in die Schule gequält hat, nun Erleichterung erfuhr... Was macht der Gedanke an die Wiedereröffnung der Schule mit ihm?

Es könnte passiert sein, dass ein junger Mensch, der sich zuvor massiv gegen die Schule gewehrt hat, durch innere oder äußere Verweigerung, der vielleicht als pathologisch bezeichnet wurde oder als Erziehungshilfefall oder der sich vielleicht die ganze Zeit irgendwie falsch gefühlt hat, auf einmal neue, befreiende Erfahrungen machen konnte, weil plötzlich die bisherigen Normen über den Haufen geworfen wurden... (An dieser Stelle mein Aufruf: Schluss mit der Pathologisierung junger Menschen, die sich nicht in das System fügen! Ihnen gebührt ein echtes Zuhören zur Wahrung ihrer Würde, und Dank, weil sie wertvolle Rückmeldungsgeber sind!)

Es könnte noch vieles anderes passiert sein, so viel Verschiedenes, wie es betroffene Menschen gibt. Doch eine Frage ist für alle interessant - Schüler, Lehr- und andere Fachkräfte, Mütter, Väter: 

Was empfinde ich bei dem Gedanken an die Wiederöffnung der Schule? 

Freude? Bedauern? Angst? Widerstand? Unwohlsein? Erleichterung? Oder mehreres gleichzeitig? Ambivalenz? 

Was sind die Konsequenzen meines Empfindens?

Werdet Ihr Euch zuhören und ernst nehmen, Ihr Leute da draußen? Werdet Ihr Eure Integrität wahren wollen und können? Werdet Ihr Mütter und Väter Euren Töchtern und Söhnen zuhören und sie ernst nehmen? Werdet Ihr an ihrer Seite stehen?

Zwei Artikel las ich in Der Tagesspiegel, der von nicht unkritisiert im Raum stehenden Überlegungen zur Öffnung bzw. (teilweiser) Wiederinbetriebnahme der Schulen berichtete. So wollte sich die Politik von der "Nationalen Akademie der Wissenschaften - Leopoldina" beraten lassen:

„Bildungsbereich schrittweise öffnen“, lautet die Empfehlung, und zwar „sobald wie möglich“. Denn die Krise führe zu einem „massiven Rückgang der Betreuungs-, Lehr- und Lernleistungen“ und verschärfe so auch die soziale Ungleichheit.

Ob diese Befürchtung tatsächlich berechtigt ist, wage ich als offene Frage stehen zu lassen. Auch über die Berechtigung einer Kritik an der Stellungnahme der Leopoldina maße ich mir kein Urteil an. Jedoch die Überlegungen die Schule betreffend fand ich beachtlich und nachdenklich stimmend.

Über weite Strecken ist der Auftrag an die Leopoldina-Forscher untererfüllt geblieben. Bis auf einen Punkt: Der Vorschlag zum Thema Schulschließungen kam so detailliert daher, bis hin zur Empfehlung für Klassengrößen, dass sich der Eindruck der Übererfüllung einstellt. Schulen sollten als erstes geöffnet werden, so der Rat, schrittweise, aber zügig.

Der Tagesspiegel fragt, was auch ich fragen würde:
 

Warum ausgerechnet die Schulen?

Aber hatten wir nicht erst vor wenigen Wochen gelernt (und akzeptiert), dass der wichtigste Schritt zur Eindämmung des Virus, neben Hygiene und Distanz, das Schließen der Schulen sei? Es war eine richtige Maßnahme ... Warum, so darf man fragen, soll dann die Lockerung beim wohl besten Mittel gegen die Verbreitung von Viren beginnen? Und warum öffnet man partiell Schulen, die wenige Wochen danach wegen der Sommerferien schon wieder geschlossen werden?

Die ersten Pläne zu Schulwiederöffnungen wurden wieder über den Haufen geworfen...

Zuvor schrieb ich: Wenn es allerdings zu (teilweisen) Wiederöffnungen der Schulen kommen wird, dann bitte unter einer Bedingung: Dass der "Blick in die Realität" des Tagesspiegels nicht nur selektiv stattfindet, sondern ohne Diskriminierung junger Menschen erfolgt! Es ist wunderbar zu lesen:

Blick in die Realität

In einer demokratischen Gesellschaft ist es nie falsch, sich nicht nur Belehrung aus der Wissenschaft zu holen, sondern auch ein bisschen ins wirkliche Leben zu schauen. Nachdem der Groschen gefallen war, und da brauchten sicherlich einige einen obrigkeitlichen Anstoß, sind wir mit der Herausforderung seit Mitte März weitgehend vernünftig umgegangen. Ganz individuell, in der Kleinfamilie, im größeren privaten Umfeld, in den Betrieben haben wir alle unsere eigene Corona-Strategie entwickelt. Selbstschutz spielt dabei eine große Rolle, und die Sorge um Alte und Vorbelastete.
Das alles muss nicht streng gelenkt werden. Eine erwachsene Gesellschaft ist mehrheitlich durchaus imstande, auch ohne detaillierte Vorgaben mit solch einer Krise umzugehen.

Das bedeutet, wenn eine Wiederöffnung der Schulen, dann nur unter einer Bedingung: 

Dass es hierbei tatsächlich um ein Angebot geht im Sinne des Ermöglichens, sich zu bilden. Des Zurverfügungstellens für all diejenigen Menschen, die dies nun wollen und brauchen!

Umgekehrt formuliert wäre eine Durchsetzung des Schulbesuchs entgegen des Einverständnisses des jungen Menschen und ohne Zustimmung seiner Personensorgeberechtigten inakzeptabel! 

Dies ist die allerbeste Gelegenheit, einen ersten Schritt zu tun für einen Wandel unseres Schulsystems, welches zu vielen Menschen aus allen Gruppen der Beteiligten - Schülern, Lehr- und Fachpersonen, Müttern und Vätern - bislang zu viel Leid verschafft hat, hin zu einer Bildungslandschaft, die allen Bildung ermöglicht, in der es den Menschen gut geht (und vermeintlich "bildungsferne Schichten" bald der Vergangenheit angehören).

Allen Menschen, die sich darauf freuen, wieder in die Schule zu gehen bzw. die bereit dazu sind angesichts der aktuellen Lage und der damit verbundenen schützenden Verpflichtungen und Risiken, möge dies mit einer Schulöffnung während der CoRonA-Krise ermöglicht werden!

Der Begriff Schulpflicht sollte endlich in dem Sinne verstanden werden, der dem Bildungsrecht des jungen Menschen dient: als die Pflicht des Staates, Schulen als Möglichkeit sich zu bilden zur Verfügung zu stellen. Als eine Möglichkeit, sofern der junge Mensch nicht eventuell eine für sich bessere Möglichkeit wählen kann und möchte!

Nachhaltige und gesunde Bildungsprozesse setzen Wahlmöglichkeiten, also Freiheit und Freiwilligkeit voraus! (Das wissen Fachleute aus verschiedensten Disziplinen seit langer Zeit!)

Niemand darf für sein Inanspruchnehmen des Treffens einer Wahl pathologisiert oder bestraft werden! Keine Mutter und kein Vater, keine sorgeberechtigte Person darf für den Respekt der Entscheidung eines jungen Menschen, so auch den Respekt eines "Neinsagens" pathologisiert oder bestraft werden!

Die bisherige gewaltsame Praxis muss ein Ende haben! Diesen Reifesprung kann unsere Gesellschaft doch nun endlich machen! (Ich verweise an dieser Stelle auf den Aufruf zu einem Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit: die Initiative "Gewalt? Ohne mich!"(Vielleicht war sie ihrer Zeit 5 Jahre voraus, als sie 2015 gestartet wurde...)

In diesem Sinne:  

In einer demokratischen Gesellschaft ist es nie falsch, sich nicht nur an dem Gedanken, es brauche Belehrung, zu orientieren, sondern auch ein bisschen ins wirkliche Leben zu schauen: Was sind die Bedürfnisse und Gefühle derjenigen Menschen, die die Angelegenheit konkret betrifft?! Ganz individuell, in der Kleinfamilie, im größeren privaten Umfeld, innerhalb unserer Gesellschaft haben wir alle unsere eigenen Strategien entwickelt, uns zu bilden und miteinander umzugehen.
Das alles muss und sollte nicht streng gelenkt werden. Eine reifende Gesellschaft ist mehrheitlich durchaus imstande, auch ohne detaillierte Vorgaben mit den Herausforderungen des Lebens und des Sich-Bildens umzugehen.


* * *

Zum Abschluss ein paar Worte in eigener Angelegenheit und eigenem Interesse:  

Ein guter Therapeut macht sich selbst überflüssig! Ich berate als Psychologin seit mehreren Jahren Familien, in denen junge Menschen nicht mehr zur Schule gehen wollen. Mit den Schulschließungen bin ich momentan quasi arbeitslos geworden. Wenn mein Plädoyer gehört wird, werde ich mich diesbezüglich selbst überflüssig gemacht haben. Dies würde ich mir von Herzen wünschen. Wenn aber nicht: auch gut, brauche ich mir erstmal keine Gedanken um einen neuen Job zu machen. Allerdings liegt momentan meine derzeit einzige Einkommensquelle, die essentiell für die Versorgung meiner Familie ist, blank. (Wer mich kennt, weiß vielleicht, dass ich selbständig tätige dreifache Mutter bin.)
Wer mich gerne etwas unterstützen möchte, kann dies tun nach Klick auf den Ko-fi-Button. Auch Beratungsanfragen bei Bedarf sind herzlich willkommen (z.B. falls die Frage auftauchen sollte "Mein Sohn/meine Tochter will gar nicht mehr zurück in die Schule - was machen wir denn jetzt?")

Samstag, 25. April 2020

Warum "Homeschooling" in Zeiten von CoRonA nicht funktionieren KANN (Teil 1)

Als mir diese Überschrift in den Sinn kam, überlegte ich "Moment mal, das erinnert mich doch an etwas..."

Mich hatte einst ein Vortrag der von mir sehr geschätzten Expertin für gehirn-gerechtes Lernen Vera F. Birkenbihl beeindruckt: "Warum Unterricht an deutschen Schulen nicht funktionieren KANN"


Nach erneutem Anschauen kann ich ihn nach wie vor nur als sehenswert empfehlen! (Die extravagante CoRonA-Schreibweise im Titel übrigens erklärt sich hier.)


Homeschooling ist nicht gleich Homeschooling

"Homeschooling" war bis vor Kurzem in Deutschland noch verboten, sozusagen geächtet und gewissermaßen auch verpönt. Nun plötzlich ist es vorübergehender "Normalzustand" für schulpflichtige junge Menschen. Allerdings: Bezeichnungen sind wesentlich. Zu klären, was jeder von uns darunter versteht, ist noch wesentlicher.

Das, was im Moment während der CoRonA-Krise als "Homeschooling" in aller Munde und Medien ist, entspricht nicht dem, was bisher unter Homeschooling zu verstehen war. Intention und Rahmenbedingungen sind grundverschieden. Was momentan stattfindet ist "der Versuch, den Schulunterricht zu Hause zeitweise zu ersetzen". Diese Situation beruht auf keiner freien Entscheidung. Der "Auftraggeber" und "Beaufsichtiger" ist und bleibt die Schule - während dies beim Homeschooling im eigentlichen Sinne die Eltern sind, welche auch (ggf. gemeinsam mit ihrem Nachwuchs) sich bewusst für Homeschooling entschieden haben. 

Was wir uns unter "Homeschooling" konkret und praktisch vorzustellen haben ist weder beim "herkömmlichen Homeschooling", noch beim "CoRonA-Homeschooling" aufgrund der Bezeichnung allein klar! Das ist sehr wichtig zu bedenken.

Ich nehme zunächst einmal den Begriff wörtlich, denn im wörtlichen Sinne verstanden offenbart sich ein aus meiner Sicht bestehendes Grundproblem: In der Beschulung!  

Daher kann ich mich für häusliche Beschulung (klassisches Homeschooling) ebensowenig aussprechen wie für schulische Beschulung - oder auch nun zu CoRonA-Zeiten: Häuslich-schulische Beschulung bzw. Schulische Beschulung zu Hause.


Warum nun kann "CoRonA-Homeschooling" nicht funktionieren? 

Mir ist zunächst wichtig zu betonen: Überall dort, wo junge Menschen mit dem Lernen zu Hause gut zurecht kommen, Freude und Interesse daran haben, es gut und flexibel gestaltet werden kann und nicht zu familiärem Stress und belasteten Beziehungen führt, ist alles bestens. Euch betrifft das Problem des Nichtfunktionierens nicht! Ihr seid vermutlich gerade nicht mit Beschulungsversuchen beschäftigt, sondern mit einer anderen Art und Weise, sich zu bilden ...

Beschulung "funktioniert" nur dort, wo Menschen einander in Rollen begegnen: Erwachsene Menschen schlüpfen in die Rolle des Lehrers (jeder Lehrer in der Schule kennt und spürt - so hoffe ich doch - den Unterschied am eigenen Leibe zwischen seinem Mensch- und Lehrer-Dasein). Erwartet wird von jungen Menschen die Rolle des Schülers (dass dieser sie einnimmt ist jedoch nicht gleichermaßen selbstverständlich). Beschulung "funktioniert" nur dort, wo die Beteiligten ihre Rollen als "Beschulender" und "Beschulter" einnehmen, erfüllen, eventuell sogar verinnerlichen. Sobald einer dies nicht (mehr) tut (aus welchen Gründen auch immer), findet etwas anderes statt ...

Beschulung "funktioniert" eigentlich nur, weil und wenn die extrinsische Motivation der Schüler - also die durch äußere Reize angeregte Motivation - groß genug ist, sich den Erwartungen gemäß zu verhalten. Äußere Reize sind beispielsweise Belohnungen in Form von Lob, Anerkennung, guten Noten oder auch Pluspunkten oder ein "Grün auf der Lernampel" u. a.; das Vermeiden von negativen Konsequenzen wie schlechten Noten, Tadel, Minuspunkte, Zurechtweisungen durch Erwachsene, deren Erwartungen nicht erfüllt werden; oder schlichtweg das "Wissen" um die von außen gesetzte Prämisse, dass es sein muss und nicht anders geht. Diese Aspekte prägen grundlegend die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Schule.

Wenn "CoRonA-Homeschooling"(Schulische Beschulung zu Hause) nicht gut funktioniert, könnte das daran liegen, dass ...

... Mütter und Väter in die Rolle des Lehrers schlüpfen oder zu schlüpfen versuchen, was nicht gut gehen kann, weil es die gesunden zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Familie belastet. Nein, ihr Mütter und Väter seid nicht zu doof oder zu blöd oder zu unfähig, um das hinzukriegen: Ihr seid nur einfach echt als Menschen und dürft und müsst dies auch in einem gesunden Familiengefüge sein und bleiben!

... Mütter und Väter nicht in die Rolle des Lehrers zu schlüpfen versuchen. Das ist gut so! Nur so funktioniert Beschulung halt nicht und wenn der junge Mensch sich nicht aus eigenem Antrieb an die Aufgaben setzt oder ohne größeren Widerstand dazu ermutigen lässt (ganz abgesehen von der Frage, ob die zeitlichen und anderweitigen Ressourcen zu seiner Unterstützung bei Mutter und Vater gegeben ist), funktioniert keinerlei "Homeschooling".

... Mütter und Väter versuchen, mit extrinsischen Motivationsreizen zu arbeiten. Wenn dies bisher zum elterlichen Erziehungsstil ohnehin dazugehörte, fällt es zunächst vielleicht nicht so auf, jedoch: Dies (zer)stört sehr wahrscheinlich gesunde (Vertrauens-)Beziehungen und erzeugt familiären Beziehungsstress. Wenn ihr bisher darauf (weitestgehend) verzichtet habt - fangt bitte nicht jetzt damit an! (Jedoch dann funktioniert Beschulung wiederum auch nicht...)

Es könnte noch weitere/andere Gründe geben ... Jedoch lautet die Schlussfolgerung: 

Wenn bei Euch zuhause "Homeschooling" nicht funktioniert, dann liegt das daran, dass es nicht funktionieren KANN! 
 
Daher: Hört auf mit dem, was nicht funktioniert und macht mehr von allem, was gut läuft und gut tut!

Ich finde es durchaus beachtlich, wie verschieden im ganzen Land die Haltungen und Erwartungen von schulischer Seite (wie auch von elterlicher Seite) sein können (von empathischem Mitgefühl und Respekt bis hin zu knallharter Ignoranz ist alles dabei). Junge Menschen als Schüler und Schülerinnen sind quasi einer willkürlichen Behandlung ausgeliefert und haben anscheinend Glück oder Pech, ob sie in ihren Bedürfnissen und Interessen geachtet werden oder nicht (dies ist jedoch nichts Neues seit CoRonA). Sie sind Objekt der Erwartungen der sie umgebenden Erwachsenen. Dieser Zustand kann aus meiner Sicht nicht weiter hingenommen werden! Die CoRonA-Krise sehe ich als Chance, dies zu überdenken und zu überwinden. 

Nun geht es in die nächste Runde "CoRonA-Homeschooling" und mein Plädoyer an Mütter und Väter ist eindeutig: 

Steht auf der Seite Eurer Töchter und Söhne und stellt ihr seelisches, geistiges und körperliches Wohl und ihre Interessen an oberste Stelle. Sie selbst geben den Maßstab dessen vor, was es für ihre Bildung braucht!



* * *


Wer mich gerne unterstützen möchte, kann dies tun nach Klick auf den Ko-fi-Button.
Auch Beratungsanfragen bei Bedarf sind herzlich willkommen.

Montag, 30. März 2020

#LebenohneSchule: Die einmalige Chance zur Erforschung des Lernens

Hiermit möchte ich Familien (und gern auch Lehrer) einladen zur Teilnahme an einer Studie zur Erforschung des Lernens ohne Schule

Vor ein paar Jahren begegnete ich zufällig einem meiner ehemaligen Professoren wieder, bei dem ich meine Prüfung in Pädagogischer Psychologie abgelegt hatte. Wir kamen ein wenig ins Gespräch über Schule. Mir war damals als beiläufige Information bekannt gewesen, dass seine Kinder eine Projektschule besucht hatten - eine Information, die für mich als nachwuchslose Studentin nicht näher von Bedeutung gewesen war. Nun fragte ich ihn jedoch irgendwann neugierig, ob in seinem Fachbereich, in dem er mittlerweile hauptsächlich tätig war - bei den Lehramtsstudierenden - in irgendeiner Weise Informelles Lernen als Thema vorkomme oder bekannt sei. Nö! 
Dann wär's ja mal Zeit, so dachte ich mir ...

Nun ist es Zeit! Zumindest, sich dem aus nähernder Ferne (oder ferner Nähe) zu widmen. Die Studien des Entwicklungspsychologen Alan Thomas zum Informellen Lernen im englischsprachigen Raum sind ein noch zu wenig beachteter Meilenstein, doch das wird sich nun ändern, weil es uns unmittelbar jetzt betrifft.

"Eine kleine, aber zunehmende Zahl von Eltern bzw. Sorgeberechtigten entscheidet sich dafür, die Bildung ihrer Kinder zu Hause stattfinden zu lassen. Das Hauptanliegen dieses Buches ist die Beschreibung ihrer Herangehensweisen. Ihre Ansätze und Erfahrungen liefern neue und oft faszinierende Einsichten in das Wesen der intellektuellen Entwicklung und des Lernens." 

So beginnt Alan Thomas' Buch Bildung zu Hause - Eine sinnvolle Alternative. Ich möchte hinzufügen: Faszinierende Einsichten, die uns in dem von uns gestalteten schulischen "Bildungskontext" erschwert bzw. zumeist gänzlich verschlossen bleiben.

"Kinder werden geboren, sie lernen laufen, sie lernen sprechen, sie gehen zur Schule. Beschulung ist inzwischen in unserer Kultur so tief verankert, dass wir zur Überzeugung gekommen sind, ohne Schule könne es keine Bildung geben. Im Einklang damit beruht alles, was durch Forschung und Innovation zur Verbesserung der Bildung getan wird, auf der Annahme, Beschulung und Bildung seien austauschbare Begriffe. Das ist verständlich, weil Kinder zumindest seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts fast ausnahmslos zur Schule gingen. Aber dies hielt uns davon ab, über andere Wege der Bildung von Kindern nachzudenken. Die Überzeugung breitete sich aus, was in der Schule für Lehren und Lernen gilt, sei allgemein gültig."

Die jetzige Situation enspricht einem Sprung, Riss, Bruch in dem Bezugsrahmen, den wir bisher kannten. Vielleicht kennt der ein oder andere das Aquarium-Experiment, welches ich hier beschrieben habe:


Wir sind momentan die im Quadrat schwimmenden Fische, die in den zuvor gesetzten Grenzen (dem "Aquarium im Aquarium") schwimmen, obwohl es sie nicht mehr gibt ...

Jedoch, was geschieht dann?

Ich möchte dazu ermutigen, über die Beobachtungen und Erfahrungen zu berichten, eine gemeinsame Feldforschung zu betreiben. Gern möchte ich diese zusammentragen und betrachten. Wer teilnehmen möchte, schreibe bitte eine E-Mail an lernenohneschule@gmx.de. Gern dürfen die Berichte offen gehalten sein, lediglich zur Anregung einige Fragen:

  1. Wie geht es uns in der jetzigen Situation? Wie geht es dem jungen Menschen? Wie der Familie? Emotional/kognitiv oder anderweitig...
  2. Wie ist das Verhältnis zum Lernen? Gelingt es? Ist es unverändert? Hat sich etwas geändert? Ändert sich etwas?
  3. Wie findet das Lernen statt? Geregelt? Nach (Stunden)Plan? Nach Vorgaben? Effektiv? Ineffektiv? Wann? Wie lange? ...
  4. Seid ihr gelassen? Gestresst? Entspannt? Unter Druck? ...
  5. Gibt es besondere Erkenntnisse? Des jungen Menschen? Der Mütter und Väter? Der Lehrer?
  6. Macht ihr "Schule zuhause"/ Homeschooling? Oder was anderes?
  7. Wie sieht die Bildung aus? Was empfindet ihr als Bildung? Was geschieht alles bzw. tut der junge Mensch, womit/wodurch er sich bildet? 
Lasst Euch von den Fragen nicht einschränken oder einengen, es kann viele mehr oder ganz andere geben. Möglicherweise würden junge Menschen ganz anderes berichten als ihre Mütter oder Väter oder Lehrer. Jeder darf mitmachen! Ich bin über jede Nachricht froh und sie wird uns alle bereichern.

Ich lade zum Beobachten und Erzählen ein. 
Ich lade ein zum Sammeln.
Mein Tipp: Führt (kleine) Lerntagebücher mit Euren Beobachtungen und Erkenntnissen - sie geraten manchmal so schnell wieder in Vergessenheit.

Zur Sicherheit: Alles wird von mir vertraulich behandelt (die E-Mailadresse führt nur zu mir). Nichts wird ohne Rücksprache und Einverständnis veröffentlicht.

Ich bin Diplom-Psychologin und gehöre keinem Institut an. Ich starte die Untersuchung in eigener Initiative. Wer mich und diese Studie unterstützen möchte, darf mir gern "einen Kaffee" spendieren. 

Macht weiter und nehmt Euch ernst in Euren Beobachtungen und Empfindungen. Bleibt gesund - auch seelisch!
 
 Buy Me a Coffee at ko-fi.com

Samstag, 28. März 2020

CoRonA #LebenohneSchule

Vor wenigen Wochen hatte ich endlich Bestrebungen unternommen, einmal CaRabA #LebenohneSchule in unser hiesiges Kino holen zu wollen, in der Hoffnung, einigen Menschen werde damit ein Blick über den Tellerrand ermöglicht und Lust geweckt sich von der Vision einer menschlichen, blühenden Bildungslandschaft leiten zu lassen ...
Nun ist keine Kinoaufführung mehr möglich – jedoch: Wie abgefahren ist unsere Welt denn bitteschön gerade?!? Ich bleibe einmal mit meinem Fokus auf dem Bildungssystem:
"Der fiktionale Kinofilm CaRabA zeigt eine Welt ohne Schulen. Fünf junge Menschen finden in dieser gewandelten Bildungslandschaft ihren individuellen (Bildungs-)Weg inmitten anderer Menschen. Mit all seinen Höhen und Tiefen wird das Leben selbst zum fortwährenden Bildungserlebnis.
Der erste Spielfilm über eine Welt ohne Schulpflicht lädt dazu ein, gemeinsam Visionen über eine mögliche, völlig andere Gestaltung der Bildung zu entwickeln."
Unsere momentan sich gar nicht selten fiktiv anfühlende Wirklichkeit zeigt eine Welt ohne Schulen!! Plötzlich und unerwartet wurden wir hineingeschmissen – so eine Situation hat es noch nicht gegeben. Alle jungen Menschen finden in einer momentan gewandelten Bildungslandschaft ungewohnte, neue (Bildungs-)Wege... oder etwa nicht??
Bild von free stock photos from www.picjumbo.com auf Pixabay
Was geschieht? Was erleben wir? Was erleben junge Menschen und ihre Mütter und Väter gerade? Was erleben die begleitenden Lehrenden?
Ich war nie ein Verfechter des Wunsches einer "Abschaffung der Schulpflicht", da ich einen solchen Schritt weder für realistisch noch möglich hielt noch für sinnvoll angesichts des Festhaltens unserer Gesellschaft daran. Eher hatte ich an CaRabAs Vision geglaubt... an die Vision, dass junge Menschen selbst ihre Bildung in die Hand nehmen und wir das zunehmend begreifen und begleiten wollen und werden!
Definitiv sind die Bedingungen für eine phantasievolle Erforschung einer freien Bildungslandschaft derzeit alles andere als optimal. Nein, diese würde kein Homeschooling beinhalten, keinen Mangel an sozialen Kontakten und keine Beschränkung unseres Daseins auf das häusliche Umfeld. Wenn wir unsere Umgebung während und nach der Bewältigung der gesundheitlichen Krise wieder lebendig gestalten können, werden sich ganz andere Möglichkeiten offenbaren.
Die Erforschung einer freien bzw. sich befreienden Geisteshaltung jedoch ist möglich, wenn wir dies zulassen und hingucken, was geschieht. Hierbei möchte ich allen betroffenen Menschen ganz doll ans Herz legen: Schaut nicht nur CaRabA, sondern lest Alan Thomas' Bücher Bildung zu Hause - Eine sinnvolle Alternative und Informelles Lernen - Wie Kinder zu Hause lernen!!!
Der britische Entwicklungspsychologe hat sich schon vor vielen Jahren ursprünglich für die Erforschung von individualisiertem Unterricht interessiert, den er anhand von Kindern, die sich zu Hause bilden, untersuchen wollte, und dabei bahnbrechende Erkenntnisse gewonnen, die wegweisend und befreiend für uns alle sein könnten. Nie wären solche Forschungen hier in Deutschland möglich gewesen – bis auf jetzt...
Es besteht die absolut einmalige Chance für uns alle, zu erkunden, was vor sich geht, wenn Lernen außerhalb der Schulen stattfindet. Und viele Menschen werden sich fragen: Wollen wir – wir jungen Menschen, wir Mütter und Väter, wir lehrende Menschen – weiterhin, dass es so bleibt, wie es war??


Falls Du mich und meine Arbeit unterstützen möchtest: